Dark Fiction – Schreibprozess | Februar 2026
Autor*in
Shino Tenshi
Beschreibung
Dieses Schreibmonat-Projekt bündelt mein gesamtes aktuelles Schreibschaffen unter einem gemeinsamen Dach. Statt mich auf ein einzelnes Buch zu beschränken, dokumentiere ich hier einen kontinuierlichen, täglichen Schreibprozess, der sich über mehrere Dark-Fiction-Projekte erstreckt. Ich arbeite parallel an mehreren Webnovels, einer interaktiven Daily Soap sowie begleitendem Bonus-Content. Die Texte entstehen nicht isoliert, sondern in einem rotierenden System: Jeden Tag wird geschrieben, jeden Tag ein anderer Fokus gesetzt – je nach Dramaturgie, emotionaler Belastung und erzählerischem Bedarf der jeweiligen Geschichte. Im Zentrum dieses Projekts steht nicht der schnelle Abschluss, sondern Disziplin, Konstanz und Tiefe. Schreiben ist hier kein Event, sondern ein fortlaufender Prozess. Die Wortzahlen dieses Projekts setzen sich aus allen Texten zusammen, die an einem Tag entstehen – unabhängig davon, zu welchem Werk sie gehören. Thematisch bewege ich mich durchgehend im Dark-Genre: psychologische Thriller, Mystery-Killer-Stoffe, düstere Fantastik und Geschichten über Gewalt, Moral, Trauma und die Frage, wo der Mensch endet und das Monster beginnt. Die Texte sind erwachsen, emotional fordernd und oft bewusst unbequem. Subtile psychologische Spannung trifft auf Momente expliziter Brutalität – nicht als Selbstzweck, sondern als Konsequenz innerer Abgründe. Dieses Schreibmonat-Projekt begleitet unter anderem die Entstehung von Werken wie „Der Hexenschlächter“, einem Thriller über einen Kriminalbeamten auf der Jagd nach einem Brandmörder, sowie weitere laufende Serien und Formate. Welche Geschichte an einem Tag im Fokus steht, kann variieren – der Schreibfluss selbst bleibt konstant. Ziel ist es, über das Jahr hinweg mehrere vollständige Rohfassungen (in bereits lesbarer, ausformulierter Qualität) zu erarbeiten und dabei transparent zu machen, wie viel Arbeit, Wiederholung und mentale Auseinandersetzung hinter serieller Dark Fiction steckt. Dieses Projekt richtet sich an Leser*innen und Schreibende, die sich für den realen Schreiballtag jenseits von Ein-Buch-Challenges interessieren: für Routinen, Durchhaltevermögen und das Schreiben als langfristige Praxis. Schreibmonat dient hier nicht als Bühne für ein einzelnes Werk, sondern als Tagebuch eines fortlaufenden kreativen Abstiegs. Jeder geschriebene Satz ist Teil dieses Prozesses. Jeder Tag, an dem geschrieben wird, zählt.
Errungenschaften
📈 Schreibfortschritt
- Schreibziel: 28000 Ausgewählter Monat: Februar 2026 Aktive Tage: 3 von 28 Tagen Längester Streak: 3 Tage Verbleibende Tage: 25 Gesamtzahl der bisher geschriebenen Wörter: 3202 Wörter im Durchschnitt (Gesamt): 114.36 Wörter im Durchschnitt (an aktiven Tagen): 1067.33 Fehlende Wörter bis zum Ziel: 24798 Zielerreichung bei gleichbleibender Wortzahl pro Tag in 24 Tagen Höchster Tageswert: 1160 Wörter pro Tag bis zum Ziel: 992 Berichtete Tageswerte: 1. Februar 2026: 1146 | 2. Februar 2026: 896 | 3. Februar 2026: 1160
Genre
roman
Textauszug
Jonas riss das Klebeband von der Kiste vor sich ab. Das Reißen durchdrang die sanfte Rockballade, die sich harmonisch im Raum ausbreitete und diese Stille aus seinen vier Wänden vertrieb. Es waren kaum noch Kisten übrig. Die Möbel waren fast alle gänzlich bestückt und der wichtigste Kram stand schon längst an seinem Platz. Jetzt hatte er nur noch Kleinkram vor sich. Dekorationen, von denen er sich nicht trennen wollte und auch wenn der Impuls, die Kisten einfach in den Keller zu stellen, groß war, wehrte er sich dagegen. Wenn er sie nicht in seine Wohnung stellen wollte, hätte er sie auch gar nicht mitnehmen brauchen, sondern bei seinen Eltern lassen können. Aber sie waren jetzt hier, in diesen Kisten, und wollten ein neues Zuhause finden. So wie Jonas. Er holte tief Luft und klappte die Deckel des Kartons auf, um sich darin umzusehen. Jede Figur war feinsäuberlich in Papier eingewickelt. Warum hatte er sie gleich noch einmal mitgenommen? Er hätte sie auch einfach wegwerfen können und somit all diesen dummen Fragen vorbeugen können. Doch sie waren jetzt hier und er wickelte eine Figur nach der anderen aus ihrem Papiergefängnis aus. Jede von ihnen bildete ein anderes Fabelwesen ab. Er hatte kein Wesen doppelt, dafür auch viele von den eher unbekannten Wesen, wie Baoban Sith, Nuckelavee und Huldra. Zweiteres stellte er eher in eine dunkle Ecke. Es war ein Geschenk eines ehemaligen Kollegen und wirkte extrem grotesk, mit den sichtbaren Muskeln und Adern. Auch jetzt erschauderte Jonas bei ihrem Anblick. Warum hatte er sie nicht weggeworfen? Ach ja, weil man das mit Geschenken nicht tat. Er versteckte sie hinter einem Minotaurus und einer Hydra. So hatte er sie nicht weggeworfen, aber musste sie auch nicht täglich sehen. Mehr konnte man nicht von ihm verlangen. Erneut war ein Karton leer. Es standen nur noch zwei Stück im Raum. Auf beiden prangte groß die Schrift Figuren. Warum hatte er sich nur so viele gekauft? Wieso konnte er nicht an der Figur eines neuen Fabelwesen vorbeigehen, ohne sie mitzunehmen? Auf dem Haufen vor seiner Tür lagen noch vier weitere Kartons mit dem gleichen Schriftzug. Er hatte wirklich zu viele. Vielleicht sollte er? Er trat an die zwei gepackten Kartons heran und riss von dem oberen erneut das Klebeband ab. Auch hier erwartete ihn erst einmal ein Meer aus Verpackungspapier. Er griff sich eine umwickelte Figur und drehte sie in seiner Hand herum. Seine Wohnung sah aus, wie sein Zimmer damals. Lauter Fabelwesen, die ihn bestimmt auch wieder nur Gespött brachten. War er nicht hierher gekommen, weil er sich eben neu erfinden wollte? Warum tat er dann alles so wie früher?
